
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
wer ein Rechenzentrum baut, muss Chips, Gebäude und Stromanschlüsse bezahlen, bevor die Kunden seine Kapazität voll nutzen. Amazons Zahlen machen sichtbar, wie viel Geld in dieser Zwischenzeit gebunden ist. An der Börse zählt jetzt, was nach den KI-Investitionen übrigbleibt.
Die Folgen reichten über die Technologiebörse hinaus. Am Freitag waren US-Staatsanleihen gefragt, doch Gold und vor allem Silber gerieten unter Druck. Kupfer behauptete sich auf Wochensicht. Für Rohstoffanleger zählen deshalb die Finanzierungskosten ebenso wie die heutige Nachfrage nach Metall.1,2,6,8
Amazons Wachstum hat eine zweite Seite!
Amazon Web Services steigerte den Umsatz im dritten Quartal um 39 % auf 46,0 Mrd. USD. Beim Gesamtkonzern flossen in den zwölf Monaten bis Ende September nach Investitionen netto 42,4 Mrd. USD ab. Im Vorjahreszeitraum waren ihm noch 14,8 Mrd. USD zugeflossen. Den Umschwung erklärt Amazon vor allem mit höheren Sachinvestitionen für KI. Ob sich die Ausgaben rechnen, entscheidet sich erst über die Nutzungsdauer der Anlagen. Die Kurse reagierten empfindlich: Der Nasdaq Composite verlor in der Woche 2,0 % auf 25.437,00 Punkte. Allein am Freitag fiel der Nasdaq um 2,9 %. Der Russell 2000 gewann dagegen auf Wochensicht 1,3 %. Europas STOXX 600 legte trotz eines schwächeren Freitags um 1,7 % auf 646,75 Punkte zu.1,2

Quellen: Associated Press und Reuters; eigene Berechnung und Darstellung.
Die Zinspause lässt den Dezember offen!
Die Fed beließ ihre Zielspanne am 28. Oktober bei 3,75 bis 4,00 %. Zwei der zwölf Abstimmenden wollten bereits um 25 Basispunkte erhöhen. Der amerikanische ‚PCE‘-Preisindex lag im September 3,6 % über dem Vorjahr, ohne Nahrungsmittel und Energie waren es 3,1 %. Gleichzeitig wuchs die US-Wirtschaft im dritten Quartal nach erster Schätzung gegenüber dem Vorquartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 3,4 %. Investitionen und Konsum trugen zum Plus bei.3
Auch die EZB ließ am 29. Oktober ihren Einlagensatz bei 2,50 %. Christine Lagarde kündigte ihren vorzeitigen Abschied zum 7. Februar 2027 an. Die Märkte rechnen auf beiden Seiten des Atlantiks mit der Möglichkeit höherer Zinsen im Dezember. Beschlossen ist dieser Schritt bei keiner der beiden Notenbanken.4
Teures Öl setzt die Margen unter Druck!
Der am Freitag ausgelaufene Brent-Dezemberkontrakt schloss bei 117,64 USD je Barrel, der stärker gehandelte Januar-Kontrakt bei 113,43 USD. Angriffe im Nahen Osten und der Krieg in der Ukraine hielten die Sorge vor Lieferstörungen wach. Für Minenbetreiber ist das eine konkrete Kostenfrage: Bleiben Diesel und Transporte teuer, kann selbst ein stabiler Metallpreis mit sinkenden Margen einhergehen.
Zehnjährige US-Staatsanleihen rentierten zum Wochenschluss mit rund 4,93 %. Anleger suchten Sicherheit in diesen Papieren, obwohl sie für Dezember mit einer strafferen Geldpolitik rechneten. FürSie als Euroanleger zählt auch der Dollarkurs: Am Freitag lag der EZB-Referenzkurs bei 1,1172 USD je Euro.5
Silber, Platin und Palladium trifft es härter als Gold!
Beim Londoner Nachmittagsfixing sank Gold vom 23. bis 30. Oktober von 4.013,30 auf 3.913,25 USD je Feinunze (−2,5 %). Später fiel der Spotpreis im US-Handel laut Reuters auf das niedrigste Niveau seit Oktober 2025. Die Aussicht auf länger hohe Zinsen belastet das zinslose Metall, und bei heftigen Aktienverlusten können zusätzlich Verkäufe zur Beschaffung von Liquidität hinzukommen.
Silber verlor beim Londoner Mittagsfixing 7,1 % auf 50,10 USD je Feinunze. Nach den Tagespreisen von Daily Metal Price gaben im selben Wochenvergleich Platin um 8,2 % und Palladium um 7,3 %nach. Bei diesen beiden Metallen fällt die Nachfrage nach Autokatalysatoren ins Gewicht. Silber wiederum steckt unter anderem in elektrischen Bauteilen. Das macht sie anfällig für eine schwächere Industrienachfrage.6,7
Bei Kupfer zählt die Lieferfrist!
Der offizielle LME-Kassapreis stieg von 14.415 auf 14.449 USD je Tonne (+0,2 %). Am Freitag kostete sofort verfügbares Kupfer damit 199 USD je Tonne mehr als Metall zur Lieferung in drei Monaten. Dieser Aufpreis zeigt den Wert kurzfristiger Verfügbarkeit.8

Quellen: Londoner Gold- und Silberpreise über GoldSilver, LME-Kassakupfer über Westmetall; eigene Berechnung und Darstellung.
Fazit: Nach der Wahlnacht zählen die Erträge!
Am Dienstag, 3. November, entscheiden die US-Zwischenwahlen über die Mehrheiten im Kongress und damit über den Spielraum von Präsident Trump in Haushaltsfragen. Erste Ergebnisse werden in der Wahlnacht erwartet, enge Rennen können länger offenbleiben. Apple berichtet am Montag, 2. November. Für die australische Zinsentscheidung am Dienstag und die britische am Donnerstag, 5. November, erwarten die Märkte Erhöhungen.
Für die Euro-Inflation im Oktober erwarten die von Reuters befragten Ökonomen 3,9 % nach 3,8 % im September. Die Schnellschätzung erscheint am Mittwoch, 4. November, der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag, 6. November. Überraschungen könnten die Zinserwartungen für Dezember verschieben. Bei Minen lohnt dann der Blick auf Förderkosten und Finanzierung: Ob sich der KI-Boom rechnet, entscheiden seine Erträge. Gebaut wird er mit Strom und Rohstoffen, allen voran mit Kupfer.9,10
Weitere interessante Informationen können Sie unserem folgenden Wocherückblick entnehmen:
Gelegenheit
Gold und Silber: Nachfrage und neue Minenprojekte im Blick

Zentralbanknachfrage und industrielle Anwendungen stützen die langfristige Bedeutung der Edelmetalle.
Wachstum
Royalties: Zwei Geschäftsmodelle, neue Wachstumsimpulse

Royalty-Gesellschaften finanzieren Rohstoffprojekte gegen vertragliche Ansprüche. Gold Royalty steigert seine Halbjahreserlöse, Uranium Royalty erweitert mit Sweetwater sein Geschäft.
Operative Fortschritte..
Goldexploration in Peru und Schweden gewinnt an Kontur

In Peru wächst die kartierte Mineralisierung, in Schweden laufen Anschlussbohrungen nach Goldtreffern in sieben Bohrlöchern. Entscheidend werden Bohrergebnisse und Genehmigungen.
Enormes Potenzial
Millennial Potash: Neue Bohrung stärkt das Potenzial von Banio

Neue Bohrdaten von Millennial Potash deuten auf rund 120 Meter kumulierte Kalimineralisierung hin. Das Banio-Projekt in Gabun könnte seine Ressourcenbasis erweitern; Laboranalysen stehen noch aus.
Nickel- und PGM-Chancen…
Canada Nickel schmiedet Stahlallianz und Sibanye-Stillwater überzeugt mit Halbjahreszahlen

Geplante Partnerschaft mit Swiss Steel könnte neue Absatzperspektiven eröffnen und höhere Metallpreise schieben Umsatz und Gewinn an.
Shadow Games
Schattengoldpreis: Was die Modellrechnung für Gold wirklich zeigt

Der World Gold Council meldet 89 Prozent optimistische Zentralbanken; Osisko Gold Group und Discovery Mining arbeiten an ihren Projekten.
Gold wächst, Silber naht
Discovery Mining: Cordero-Genehmigungen und neue Goldtreffer bei Dome

Vier Oktober-Meldungen zeigen Fortschritte bei Cordero, Pamour und Dome. Neue Genehmigungen, Bohrergebnisse und Flächenpläne stärken die Projektpipeline – Finanzierung und Umsetzung bleiben entscheidend.
Ausweitung der Produktion
GoGold: Mehr Silberproduktion und 288 Millionen USD Liquidität

Die Silberförderung steigt im Geschäftsjahr 2026 um rund 18 Prozent. Mit 288 Millionen US-Dollar gemeldeten Barmitteln treibt GoGold den Bau von Los Ricos South voran.
Goldströme mit Wachstum
OR Royalties: Hohe Quartalsmarge und neue Impulse aus dem Minenportfolio

20.237 zurechenbare Goldäquivalent-Unzen und 96,8 % vorläufige Cash-Marge im dritten Quartal 2026: OR Royalties verbindet laufende Erlöse mit neuen Produktionsstarts und einer breiten Projektpipeline.
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Gold bei 4.000 Dollar: China kauft – und drei Minenwerte machen Tempo!

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Gold direkt ab Oberfläche
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Elektromobilität stützt den langfristigen Silberbedarf. 2025 fehlten dem Silbermarkt rund 40 Millionen Unzen; Sierra Madre und Silver Tiger treiben ihre Projekte in Mexiko voran.
Ausweitung der Produktion
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Neue Uranproduktion in den USA und hochgradige Exploration in Kanada stehen im Fokus. Die jüngsten Unternehmensdaten zeigen Fortschritte, während Projektentwicklung und Uranpreis zentrale Einflussgrößen bleiben.
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Sibanye-Stillwater: Tarifabschlüsse sollen US-Platinmetallminen stabilisieren

Nach Einigungen für East Boulder, Stillwater East und Columbus endet der Streik in Montana. Die Verträge schaffen Planungssicherheit – und erhöhen zugleich die Anforderungen an Produktivität und Kostenkontrolle.
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Gold-ETFs verzeichnen wieder kräftige Zuflüsse. Osisko Gold liefert hochgradige Treffer für die Mine Cariboo im Bau, GoldMining durchbohrt 400 Meter Gold-Kupfer-Mineralisierung.
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Digitales Gold: Neue Nachfrage könnte den Goldmarkt stärken

Digitales Gold könnte laut World Gold Council bis 2031 auf 160 bis 170 Milliarden US-Dollar wachsen. Newcore Gold und Mayfair Gold treiben parallel ihre Goldprojekte voran.
Viele Grüße
Ihr
Jörg Schulte
Quellen und Bildnachweise
Quellen: Amazon, AP, Reuters, Fed, BEA, EZB, WSJ, ICE, GoldSilver, Agosi, Daily Metal Price, USGS, LME, Westmetall, FEC, RBA, Bank of England, Eurostat, BLS und MacRumors. Stand: 31.10.2026. Beide Grafiken: eigene Berechnung und Darstellung; konkrete Datenreihen siehe unten.
1. Amazon: Cloudgeschäft und freier Cashflow: Quartalsbericht vom 29. Oktober
2. Aktienindizes: Schlussstände und Wochenbilanz: AP · US-Indizes am 30.10. · Reuters · STOXX 600 am 23.10. · Reuters · STOXX 600 am 30.10.
3. US-Geldpolitik, Wachstum und Preisentwicklung: Fed · FOMC-Beschluss · BEA · reales BIP, vorläufige Q3-Schätzung · BEA · PCE-Preise im September
4. EZB und Erwartungen für Dezember: EZB · Zinsentscheid · EZB · Lagardes Ausscheiden · Reuters · EZB-Erwartungen · Reuters · Fed-Ausblick
5. Brent, US-Rendite und Wechselkurs am 30. Oktober: Reuters · beide Brent-Kontrakte · WSJ · US-Staatsanleihen · EZB · Referenzkurs
6. Gold, Silber und der spätere US-Handel: GoldSilver · tägliche Londoner Referenzpreise · Agosi · Fixings am 30.10. · ICE · Auktionszeiten · Reuters · US-Spotmarkt, 30.10.
7. Platin, Palladium und industrielle Verwendung: Daily Metal Price · Platin · Daily Metal Price · Palladium · USGS · Platingruppenmetalle · USGS · Silber
8. Kupfer: Kassa, Dreimonatspreis und Lagerbestände: Westmetall · LME-Tagesdaten · LME · offizielle Preisbasis
9. Wahl, Berichtssaison und Notenbanken: FEC · Wahltag · Apple-Termin laut MacRumors · RBA · Sitzungskalender · BoE · Sitzungskalender · Reuters · Zinserwartungen
10. Inflation im Euroraum und US-Arbeitsmarkt: Eurostat · Septemberwert und nächster Termin · Reuters · Umfrage zum Oktoberwert · BLS · Veröffentlichungskalender
Vergleichsbasis: Alle Wochenveränderungen beziehen sich auf den 23. und 30. Oktober. Die Londoner Referenzpreise sind keine US-Schlusskurse.
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