Gerade noch einmal mit einem 'blauen Auge' davon gekommen ist Timmins Gold (ISIN: CA88741P1036 / TSX: TMM - www.commodity-tv.net/c/search_adv/ -) im 2. Quartal 2015. Der kanadische Edelmetallproduzent, der im mexikanischen Bundesstaat Sonora die 'San Francisco'-Gold- und Silbermine betreibt, erzielte im Berichtszeitraum, trotz eines schwachen Produktionsergebnisses von 23.055 Unzen Goldäquivalent und einem operativen Verlust von 1,86 Mio. USD, noch einen kleines Gesamtplus von 629.000,- USD, so dass hinsichtlich des Gewinns pro Aktie am Ende zumindest eine 'schwarze Null' zu Buche stand.
Außerdem konnte das Unternehmen aus Vancouver / British Columbia, das Ende Mai den Konkurrenten Newstrike Capital und dessen mexikanisches 'Ana Paula'-Goldprojekt übernahm, einen neuen Rekord beim Erzdurchsatz seiner Verarbeitungsanlage vermelden. Mit durchschnittlich 24.754 Tonnen pro Tag lag man dort ca. 3 % über dem Vorjahreswert. Darüber hinaus konnte auch die Abbaurate um etwa 12 % auf 101.868 Tonnen pro Tag gesteigert werden. Aufgrund eines um 43 % höheren Abraum-Erz-Verhältnisses ('Strip ratio') von 3,38:1 sowie eines fast 19 % niedrigeren Erzgehaltes von 0,53 Gramm Gold pro Tonne Gestein sank allerdings die Goldproduktion im Vergleich zum 2. Quartal 2014 um rund 31 % auf 22.869 Unzen. Die Silberförderung schrumpfte zeitgleich sogar um etwa 45 % auf 13.041 Unzen.
Quelle: Timmins Gold
Zwar konnte die Gesellschaft die gesamte Fördermenge des Quartals auch umgehend absetzen, angesichts eines 6 % niedrigeren realisierten Goldpreises von 1.216,- USD pro Unze fielen die Umsatzerlöse mit 27,8 Mio. USD jedoch um mehr als ein Drittel niedriger aus als im Vorjahreszeitraum, in dem man noch 33.000 Unzen Gold und fast 23.500 Unzen Silber verkaufen konnte. Da half es dann auch nichts, dass man für vorab verkaufte 1.852 Unzen Gold mit Liefertermin Juli 2015 2,2 Mio. USD einstrich. Der operative Cash-Flow brach dennoch um rund 75 % auf 4,6 Mio. USD ein.
Somit fielen schließlich auch die Förderkosten auf Nebenproduktebasis entgegen den Prognosen von Analysten, die auf eine Kostenreduktion spekuliert hatten, mit 968,- USD pro Unze sogar noch etwas höher aus als im bereits schwachen 1. Quartal dieses Jahres, in dem sie bei 925,- USD gelegen hatten. Die Gesamtförderkosten ('All-in sustaining cash costs') stiegen ebenso von 1.055,- USD im Anfangsquartal auf 1.134,- USD pro Unze an und lagen damit 22 % über den Werten des Vorjahreszeitraums.
Der Kassenbestand blieb gegenüber dem 1. Quartal mit 21,6 Mio. USD - nicht zuletzt aufgrund einer Umsatzsteuerrückerstattung in Höhe von 7,5 Mio. USD - noch einigermaßen stabil (- 13,7 %). Zur selben Zeit des Vorjahres war er allerdings noch mehr als doppelt so hoch. Dafür stieg durch die Newstrike-Übernahme der Bilanzwert des Unternehmens auf 376,6 Mio. USD und fiel damit etwa 26 % höher aus als zur Jahresmitte 2014.
Quelle: Timmins Gold
Timmins-CEO Bruce Bragagnolo hob vor diesem Hintergrund in seiner Stellungnahme vor allem die bereits erwähnte Durchsatzsteigerung bei der Erzverarbeitung hervor, die es dem Unternehmen ermöglicht habe, die Auswirkungen der niedrigeren Goldgehalte einzudämmen. Zudem gab er einen hoffnungsvollen Ausblick auf das bereits begonnene 3. Quartal, in dem man aufgrund des Einsatzes neuer Laugungsmatten mit einer zügigeren Erzaufbereitung rechne. Ferner ging er noch einmal auf die erfolgreich vollzogene Newstrike-Übernahme und das dadurch erlangte 'Ana Paula'-Projekt ein: "Mit unserer Entwicklungs- und Betriebserfahrung in Mexiko glauben wir, dass wir den Wert dieses Projektes signifikant steigern und auch aufzeigen können, dass 'Ana Paula' bei niedrigen Goldpreisen profitabel ist", so Bragagnolo. Mittlerweile habe man hierfür ein engagiertes lokales Technik-Team aufgestellt und ein auf ca. 2.000 m Länge angelegtes metallurgisches Bohrprogramm gestartet. Außerdem sei mit den Basisuntersuchungen für die erforderliche Umweltgenehmigung begonnen worden. Die Geschwindigkeit und der Fortschritt seien ermutigend und man erhalte die volle Unterstützung der lokalen Gemeinden.
Beim zweiten Entwicklungsprojekt 'Caballo Blanco' sei das Unternehmen weiterhin dabei, sich mit lokalen Interessengruppen abzustimmen und Basisuntersuchungen in Bezug auf Umwelt- und soziale Fragen vorzunehmen. So habe man sich mit Provinz- und Gemeindevertretern getroffen und von deren Seite positives Feedback erhalten. Man werde die Basisarbeit weiter fortsetzen und die Umweltverträglichkeitsprüfung aktualisieren und verfeinern.
Vor dem Hintergrund des jüngsten Goldpreiseinbruchs sei das Unternehmen zudem dabei, seine Abbaupläne für die 'San Francisco'-Mine anzupassen. Dabei wolle man sich möglichst bald auf die Areale mit dem niedrigsten Abraum-Erz-Verhältnis konzentrieren und so den kurzfristigen Cash-Flow maximieren. Zwar laufe die vor Kurzem begonnene unterirdische Pilotphase bislang gut an und sei auch bereits etwa zur Hälfte abgeschlossen, dennoch habe man das Produktionsziel für dieses Jahr um 15.000 Unzen auf nunmehr 100.000 bis 110.000 Unzen Gold gesenkt und die Cash-Kosten-Vorgabe um 75,- USD auf 875,- bis 925,- USD pro Unze angehoben.
Viele Grüße
Ihr
Jörg Schulte
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